Eiseskälte. Erbarmungslos durchdringt sie dich. Alles brennt innerlich, vor allem Finger und Füße. Deine Atmung wird flacher und schneller. Nichts möchtest du in diesem Moment lieber, als das eisige Wasser zu verlassen. Doch du hältst der Versuchung stand und überwindest den frostigen Horror. Ein unbeschreibliches Gefühl.
Chilly Challenge – eiskalte Herausforderung. Eisbaden liegt derzeit voll im Trend. Und wenn du Lust hast, diesen Trend einmal auszuprobieren, dann ist dieses Projekt genau das Richtige für dich! Ab 17. September werden wir uns zweimal die Woche (mittwochs- und freitagsabends, genaue Uhrzeit wird noch geregelt) am Ostufer des Hurstsees („Sulzbacher“) treffen und gemeinsam den Schritt in die Kälte wagen. Zu Beginn werden das wohl nur wenige Sekunden sein, doch genau darin liegt die Herausforderung: Sich Stück für Stück der Kälte anzunähern und sie so zu überwinden. Im Anschluss werden wir uns aufwärmen (leichte Sportübungen und Tee trinken), sodass der gemeinschaftliche Aspekt nicht zu kurz kommt. Um die Hemmschwelle zum Mitmachen möglichst gering zu halten, setzen wir uns einen zeitlich begrenzten Rahmen. Im Juli wird es ein erstes Treffen geben, um das Eis zu brechen und Details zu besprechen (gesundheitliche Voraussetzungen, Uhrzeiten, Ausrüstung etc.). Höhepunkt und Ende des Projekts wird unser „Dreikönigs-Baden“ am 06. Januar sein.
Wenn dich jetzt ein eiskalter Schauer packt und du denkst, „das würde ich gerne ausprobieren“, dann melde dich unter [email protected] bis Ende Juni zur Chilly Challenge Oberweier an. Vielleicht denkst du jetzt auch: „Ich würde gerne mitmachen, aber zeitlich ist mir das nicht immer möglich.“ Kein Problem – wenn du da bist, bist du da. Im Vordergrund steht das Erlebnis, nicht die Leistung. Selbstverständlich sind auch alle Nicht-Oberweierer eingeladen, sich der „eisigen Herausforderung“ zu stellen. Wir freuen uns auf dich. 😊
Das regelmäßige Eintauchen in kaltes Wasser (unter ca. 15°C) löst eine starke physiologische Reaktion im Körper aus, die sowohl körperliche als auch psychische Vorteile mit sich bringt.
1. Körperliche Vorteile und Wirkweise
- Vorteil / Wirkweise:
- Stärkung des Immunsystems:
Der Kältereiz regt die Produktion von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) an, die wichtig für die Infektionsabwehr sind.
- Verbesserte Durchblutung:
Die Blutgefäße ziehen sich in der Kälte zusammen (Vasokonstriktion) und weiten sich beim Aufwärmen wieder aus (Vasodilatation). Dieses "Gefäßtraining" fördert die Durchblutung und kann zur Regulierung des Blutdrucks beitragen.
- Bessere Regeneration und Schmerzlinderung:
Kälte wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Dies wird häufig von Sportlern genutzt, um Muskelkater zu reduzieren und die Erholung zu beschleunigen.
- Aktivierung des Stoffwechsels:
Die Kälte aktiviert das sogenannte braune Fettgewebe, das Kalorien verbrennt, um Wärme zu erzeugen. Dies kann den Energieverbrauch erhöhen.
- Ausschüttung von Hormonen:
Es werden Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt, die den Kreislauf anregen. Auch entzündungshemmendes Kortison und stimmungsaufhellende Endorphine werden ausgeschüttet.
2. Psychische Vorteile
- Vorteil / Wirkweise:
- Mentale Stärke und Resilienz:
Die bewusste Konfrontation mit der extremen Kälte erfordert Überwindung und die Kontrolle der anfänglichen Schockreaktion (hauptsächlich durch Atemtechniken). Dies stärkt die Willenskraft und die mentale Widerstandsfähigkeit.
- Verbesserte Stimmung:
Die Ausschüttung von Endorphinen (Glückshormonen) führt nach dem Bad oft zu einem Gefühl von Euphorie, Wachheit, Entspannung und gesteigertem Wohlbefinden.
- Besserer Fokus und geistige Klarheit:
Die Konzentration auf die Atmung im Moment des Kälteschocks schult die Achtsamkeit und kann zu einer besseren Konzentrationsfähigkeit im Alltag führen.
🧭 Zur Dauer Ihres Eisbadens (Wassertemperatur = Dauer)
Ihre Faustregel Wassertemperatur (°C) = Dauer (Minuten) ist eine in der Eisbaden-Community verbreitete Orientierungshilfe, die besonders bei kälteren Temperaturen unter 10°C als guter Richtwert gilt.
* Beispiel 8°C: 8 Minuten
* Beispiel 5°C: 5 Minuten
Wichtige Hinweise zur Dauer:
* Faustregel als Maximum: Die Regel sollte eher als Maximalzeit betrachtet werden, insbesondere wenn Sie noch keine erfahrenen Eisbader sind.
* Empfehlungen für Fortgeschrittene: Selbst für geübte Eisbader werden bei Temperaturen unter 10°C oft 5 bis maximal 10 Minuten als obere Grenze empfohlen, um das Risiko einer Unterkühlung (Hypothermie) und unnötiger Kreislaufbelastung zu vermeiden.
* Auf den Körper hören: Die wichtigste Regel ist immer, auf Ihren Körper zu hören. Starkes unkontrolliertes Zittern oder Schmerzen sind deutliche Signale, das Wasser zu verlassen.
* Sicherheit in der Gruppe: Es ist ausgezeichnet, dass Sie in einer Gruppe sind und sich gegenseitig beaufsichtigen. Das ist die wichtigste Sicherheitsregel beim Eisbaden!
Es ist ratsam, auch bei regelmäßiger Praxis die Dauer nicht über die Maximalempfehlungen auszudehnen, da die positiven Effekte (der sogenannte Grenznutzen) nach den ersten 2-5 Minuten oft nicht mehr proportional zur Verlängerung der Badezeit steigen.
Der erste Versuch hat schon einmal geklappt. 14 mutige Wassernixen und Wassermänner fanden sich am 17. 09. auf dem Parkplatz vor der „Zur Linde“ ein, um nach einleitenden Worten des Initiators Matthias gemeinsam zum Hurstsee zu schreiten. Dort erklärte er, was alles zu beachten sei: kein Alkoholgenuss, kein Nikotin oder sonstige Drogen. Koffein sowie Teein sollten vermieden werden. Auch seien gesundheitliche und mentale Stabilität notwendig. Wichtig war auch die Information, dass die Dauer im Wasser sich an seiner Temperatur orientieren sollte. Richtwert sei pro Grad Celsius eine Minute Aufenthalt. So nochmals informiert, konnte das Abenteuer im kalten Nass beginnen. Wo bei „kalt“ eher relativ zu verstehen war. Für die Zeitnahme und die Temperaturmessung waren die beiden Sechstklässlerinnen Marlene und Sara zuständig. 18,5 °C maßen die beiden und riefen immer wieder die Zeitdauer den Badenden zu. Im Laufe der nächsten Wochen und Monate wird es sicherlich mehr Überwindung kosten, in den Hurstsee einzusteigen. Das Projekt geht immerhin bis in den Januar hinein. Bevor der Rückweg angetreten wurde, gab es noch Tipps, wie man sich nach dem Wasser gymnastisch auf gleichmäßige Körpertemperatur bringen sollte, was von den teilnehmenden Ärzten nachdrücklich unterstützt wurde.
